Die Performance Falle

‘Getürkte Kunst’ als Instrument der phallischen Macht auf soziale Medien

Unsere digitale Welt. Sie verspricht uns ja so viel oder? Freiheit, Selbstentfaltung, eine Stimme für jeden. Aber was, wenn unsere ganze Selbstdarstellung online, all die Posts, die Meinungen, die Kunst, was, wenn das weniger befreiend ist, als wir glauben? Genau dieser provokanten Frage gehen wir heute nach, basierend auf einer Sammlung ziemlich kritischer Essays. Und das hier, das ist die zentrale Frage, um die sich alles dreht. Ist das, was wir online sehen, wirklich Fortschritt und Emanzipation? Oder spielen wir am Ende doch nur alte vertraute Machtspiele nach, nur eben in einem neuen digitalen Gewand? Genau dieses Paradox schauen wir uns jetzt mal genauer an.

Okay, lasst uns direkt eintauchen. Im ersten Abschnitt geht es um die sogenannte Performance Falle. Die These ist ziemlich steil. Viele Formen der Selbstdarstellung, die wir als total befreiend abfeiern, könnten in Wahrheit genau die Machtstrukturen zementieren, die sie eigentlich aufbrechen wollen. Hier haben wir die Grundthese der Quelltexte auf den Punkt gebracht. Digitale Performance ist demnach oft keine echte Befreiung, sondern na ja, eine Falle. Statt Hierarchien einzureißen, werden sie einfach neu inszeniert, oft getarnt als fortschrittlicher Aktivismus oder tiefgründige Kunst. Man verpackt alte Macht in neue schicke Worte.

So, und wie fängt das alles an? Wie gerät man in diese Falle? Die Quelle sagt, es beginnt mit einem ganz bestimmten Kommunikationsstil und der führt dann zu einer ziemlich unschönen Dynamik. Schauen wir uns das mal an. Im Zentrum steht der sogenannte lockerer Schwafler. Das beschreibt einen Kommunikationsstil, der auf Social Media natürlich perfekt funktioniert. Es geht um schnelle, provokante Aussagen, die vor allem eins sollen, Aufmerksamkeit generieren. Substanz eher zweitrangig. Hauptsache, es knallt und die Leute reagieren. Und das löst dann einen Prozess aus, der in drei Schritten abläuft. Zuerst zieht dieses laute verantwortungslose Gerede Aufmerksamkeit auf sich und lockt Gleichgesinnte an. Daraus bilden sich dann narzisstische Cliquen, also geschlossene Gruppen, die sich gegenseitig ständig bestätigen. Und genau aus diesen Cliquen heraus entsteht dann eine unterdrückende Kettenreaktion, die jede abweichende Meinung bestraft.

Und so sehen diese Klicken laut der Quelle aus. Kritik von außen absolut unerwünscht. Es wird absolute Zustimmung erwartet. Und ganz wichtig, echte Loyalität, die auf gegenseitigem Respekt beruht, wird als Schwäche angesehen. Was zählt, ist blinde Unterwerfung. Wer da nicht mitspielt, wird öffentlich an den Pranger gestellt durch Cybermobbing, durch sozialen Ausschluss. So wird jeder, der zweifelt, ganz schnell zum Schweigen gebracht.

Innerhalb dieser Dynamik, so die Quelltexte, taucht oft ein ganz bestimmter Archetyp auf, eine Figur, die diese Systeme meisterhaft für ihre eigenen Zwecke manipuliert. Die Quelle führt dafür diesen zugegebenermaßen sehr sperrigen Begriff ein, Panfaff. Was ist damit gemeint? Es beschreibt eine Akteurin in diesen digitalen Machtspielen. Eine Person mit pathologisch narzisstischen Zügen, die sich Machtsymbole aneignet, das meint hier fallisch und dabei z.B. die feministische Rhetorik als reines Werkzeug benutzt, um ihre eigenen egoistischen Ziele zu erreichen. So geht diese Figur laut Quelle strategisch vor. Andere Menschen werden im Grunde nur für die eigene Bestätigung instrumentalisiert. Ideale und Werte sind keine Überzeugung, sondern nur Werkzeuge fürs Personal Branding. Und Beziehungen werden nicht aus echter Verbundenheit gesucht, sondern rein strategisch, um den eigenen Status zu erhöhen und Macht über andere zu gewinnen.

Um diese abstrakte Machtdynamik greifbarer zu machen, greifen die Essays auf eine wirklich eindringliche und ziemlich bekannte Analogie zurück. Hier wird eine Parallele zum berüchtigten Stanford Prison Experiment gezogen und das ist echt heftig. Die Argumentation ist, die Struktur von Plattformen wie Twitter kann dazu führen, dass soziale Bewegungen zu starren Machthierarchien verkommen. Es gibt dann plötzlich ein richtiges und ein falsches Denken. Ideale werden zu einem reinen Statuswettbewerb und jede Kritik wird als Angriff gewertet und mit sozialem Ausschluss bestraft. Macht korrumpiert, auch die digitale. Aber diese Dynamik, die beschränkt sich nicht nur auf Social Media Aktivismus. Die Quelle argumentiert, dass ein ganz ähnlicher Mechanismus auch in der Kunstwelt zu finden ist. Dafür wird dieser provokante Begriff verwendet Kunstgeschwafel, Prostitution.

Gemeint ist damit, dass man über Kunst so kompliziert und abgehoben redet, dass es den Anschein von enormer Tiefe erweckt, auch wenn das Kunstwerk selbst vielleicht gar nicht so viel hergibt. Es geht also darum, durch Worte eine Bedeutung zu erschaffen, die im Werk selbst vielleicht gar nicht vorhanden ist. Und diese Beispiele aus der Quelle bringen es perfekt auf den Punkt. Schaut euch das an. Aus einer simplen alltäglichen Handlung wie Teetrinken wird ein hochtrabender pseudointellektueller Satz. Das Ziel ist klar, es soll eine falsche Bedeutungsebene geschaffen werden, die den Betrachter so einschüchtert, dass er sich gar nicht erst traut zu sagen: “Moment mal, ich verstehe das nicht.” Oder ist das nicht einfach nur banal?

Und genau deswegen bringt die Quelle diese ganze Kritik an der künstlichen Komplexität auf einen so einfachen, aber genialen Punkt. Manchmal ist ein Stein einfach nur ein Stein. Nicht mehr und nicht weniger.

Okay, fassen wir das Ganze mal zusammen. Was ist denn jetzt die ultimative Wirkung von all diesem Geschwafel, von all dieser Performance? Damit kommen wir zur letzten entscheidenden Metapher der Quelle, die Nebelmaschine. Stellt euch eine Bühne vor, auf der eigentlich nichts passiert. Was macht man, um das zu kaschieren? Genau. Man schaltet die Nebelmaschine an und diese rhetorischen Nebelmaschinen sollen genau das tun. Dich mit Fachjargon und komplizierten Sätzen so einnebeln, dass du am Ende denkst, der Fehler liegt bei dir, wenn du etwas nicht verstehst. Und das ist der springende Punkt. Der rhetorische Nebel ist der Motor der Performance Falle. Er verwandelt puren Exhibitionismus in angebliche Kunst und ein knallhartes Machtstreben in vermeintlichen Aktivismus. Leere Gesten werden so vor jeder Kritik geschützt. Und die Macht der Perform gesichert. Die Quelle endet mit diesen ziemlich scharfen Zeilen. Eine Adaption eines Gedichts von Brecht. So höre, wir sehen, du bist ein Schatten deiner eigenen Projektion. Das ist eine Warnung, die nachhallt, die Warnung vor der Gefahr, sich in der eigenen Inszenierung zu verlieren und am Ende von eben jenem System, das man bedient, einfach ausgelöscht zu werden.

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