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(Turkish)
Die Rückkehr derselben Form unter neuen Wörtern
Wer das Wort Euthanasie heute hört, hört fast immer eine Geschichte von Mitleid, Würde, Selbstbestimmung und einem sanften Ende. Genau so funktionierte schon der nationalsozialistische Gebrauch des Wortes. In der Alltagssprache meinte Euthanasie einmal den schmerzlosen Tod schwerstkranker Menschen auf ihr eigenes Verlangen hin. Im nationalsozialistischen Sprachgebrauch wurde dasselbe Wort zum Schleier für eine staatlich organisierte Tötungsmaschinerie gegen Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen und institutionell verwahrte Patientinnen und Patienten. Die Holocaust-Enzyklopädie des USHMM beschreibt das T4-Programm ausdrücklich als systematischen Mord an Menschen mit Behinderungen; der Begriff Euthanasie diente dabei als Tarnwort (🔗). Die Pointe Euthanasie = Heute-Nazi lebt deshalb zuerst von der Sprache selbst: Töten erscheint als Fürsorge, Liquidierung als Hilfe, die Gewalt verschwindet unter einer sauberen Vokabel. (Holocaust Encyclopedia)
Das ist der Ausgangspunkt für alles Weitere. Sobald Töten sprachlich gereinigt ist, lässt es sich in Verfahren, Formulare, Kommissionen, Klinikabläufe und Jahresberichte einbauen. Genau das machte das NS-Euthanasieprogramm zu mehr als einer Serie einzelner Verbrechen. Es war eine Verwaltungsform. Ärztinnen, Ärzte, Psychiater, Pfleger, Transportdienste, Buchhalter, Ministerialbeamte und Anstaltsleiter bildeten eine arbeitsteilige Struktur, in der am Ende kaum noch ein einzelner Henker sichtbar blieb. Das Zentrum Tiergartenstraße 4 gab dem Programm sogar seinen Namen. Die moderne Euthanasieordnung arbeitet auf einer anderen rechtlichen Bühne, doch die Form ähnelt sich auf verstörende Weise: Der Tod erscheint als dokumentierte Dienstleistung, als begutachteter Antrag, als überprüfter Fall, als ordentlich protokollierter Vollzug. Töten verliert den Charakter eines Skandals und gewinnt den Charakter eines Verfahrens. (Holocaust Encyclopedia)
Diese Form hat heute eine Größenordnung erreicht, die das Gerede von der seltenen Ausnahme längst hinter sich gelassen hat. In den Niederlanden meldeten die regionalen Prüfungskommissionen für 2024 insgesamt 9.958 Euthanasiefälle, entsprechend 5,8 Prozent aller Todesfälle; 28 Meldungen erwähnten ausdrücklich Organ- oder Gewebespende nach Euthanasie, und für Organspende verlangt die niederländische Richtlinie den Vollzug im Krankenhaus (🔗). Kanada meldete für 2024 einen Anteil von 5,1 Prozent aller Todesfälle durch MAID (🔗). Belgien veröffentlichte für 2025 4.486 Fälle, also 4 Prozent aller Todesfälle (🔗). Québec kam im Zeitraum 1. April 2024 bis 31. März 2025 auf 7,9 Prozent aller Todesfälle durch aide médicale à mourir (🔗). Wer diese Zahlen nebeneinander legt, sieht keine Randerscheinung mehr, sondern ein eingeübtes Sterberegime. (Euthanasia Review Committee)
An diesem Punkt beginnt die historische Parallelität scharf zu werden. Das T4-Programm griff zuerst nach jenen Leben, die das Regime als Last, Kostenfaktor, Defekt oder unheilbaren Zustand definierte. Der heutige Diskurs verwendet eine glattere Sprache, doch das Selektionsfeld liegt wieder rund um jene Menschen, deren Leben sozial, körperlich oder psychisch prekär geworden ist: Hochbetagte, Behinderte, chronisch Kranke, Alleingelassene, Depressive, Demenzkranke, Menschen mit institutioneller Abhängigkeit. Gerade dort, wo Fürsorge, Langzeitpflege, Psychiatrie und soziale Unterstützung dünn werden, wird der Tod als Option sichtbar. In Québec zählt laut einer regionalen MAID-Präsentation sogar die Wahrnehmung, eine Last für Familie, Freunde oder Pflegepersonen zu sein, zu den berichteten Motivlagen für die Nachfrage nach dem tödlichen Verfahren (🔗). Die nationalsozialistische Propaganda sprach offen von lebensunwertem Leben und gesellschaftlicher Last. Das moderne System spricht von Autonomie, Würde und unerträglichem Leiden. In beiden Fällen entsteht eine soziale Zone, in der manche Leben leichter zum Ende freigegeben werden als andere. (Holocaust Encyclopedia)
Hier liegt auch die Bedeutung des Falls Noelia Castillo. Eine 25-jährige Frau in Spanien, geprägt von langjährigen psychischen Krisen, schwerer Traumatisierung, einem Suizidversuch mit bleibender Querschnittslähmung und anschließendem Rechtsstreit, erhielt am 26. März 2026 die assistierte Tötung, nachdem medizinische und gerichtliche Instanzen ihre Entscheidung bestätigt hatten (🔗). Der Fall gehört deshalb ins Zentrum der Debatte, weil er zeigt, wie die moderne Euthanasieordnung junge, psychisch vorbelastete und sozial hochverwundbare Menschen in das Raster des legal verwalteten Todes hineinzieht. Spanien meldete in seinem Jahresbericht für 2024 insgesamt 929 bearbeitete Verfahren und 426 tatsächlich vollzogene Hilfe-zum-Sterben-Fälle; derselbe Bericht enthält bereits ein eigenes Kapitel über Organspende nach Euthanasie (🔗). Das Muster ist klar: Erst wird der Tod als individuell begründete Lösung anerkannt, dann wird er in Protokolle, Statistiken und Begleitstrukturen des Gesundheitssystems eingepasst. (euronews)
Dasselbe Muster zeigt sich bei psychischen Leiden als eigener Zugangsschiene. In den Niederlanden stieg die Zahl der gemeldeten Euthanasiefälle wegen psychischer Erkrankungen 2024 auf 219. Parallel dazu entwickelte sich dort eine Praxis der Organspende nach Euthanasie gerade auch bei psychischen Fällen. Ein Fallbericht in Frontiers in Psychiatry beschreibt Organ donation after euthanasia bei einer 45-jährigen psychiatrischen Patientin und hält zugleich fest, dass bis April 2023 in den Niederlanden bereits über hundert Menschen nach Euthanasie Organe gespendet hatten, darunter Lungen, Nieren, Pankreas, Leber und seit 2021 auch Herzen (🔗). Eine neuere Auswertung spricht für die Niederlande von 24 Fällen von Organ donation after MAID on psychiatric grounds zwischen 2012 und 2022, fast 29 Prozent aller ODE-Fälle in diesem Segment (🔗). Genau hier berührt die Gegenwart den dunkelsten Kern der historischen Analogie: Der tödliche Eingriff endet nicht bei der Beendigung des Lebens, sondern öffnet den Körper zugleich für eine zweite Logik, die der Verwertung, Nutzung und Weiterverteilung. (Frontiers)
Das ist der Punkt, an dem aus einer Sterbehilfeordnung ein Nutzenregime wird. Spanien meldet in seinem Bericht für 2024 Transplantationen von Organen aus Spendern nach Euthanasie. In den Niederlanden gibt es dafür eine ausdrückliche Schritt-für-Schritt-Richtlinie. In der transplantationsbezogenen Fachliteratur wird das Feld bereits als internationale Praxis in Belgien, Kanada, den Niederlanden und Spanien behandelt (🔗). Eine Analyse des spanischen Transplantationsmodells beschreibt darüber hinaus, dass Krankenhäuser im Organspendesystem budgetär ausgestattet werden und dass das Beschaffungsnetzwerk mit zweistelligen Millionenbudgets arbeitet (🔗). Die Behauptung, einzelne Ärztinnen oder Ärzte würden persönlich Millionen verdienen, trägt diese Quellenlage nicht. Eine andere, präzisere Aussage trägt sie sehr wohl: Zwischen Euthanasie, Organspende, Krankenhauslogistik, staatlicher Finanzierung und institutionellem Prestige ist ein materieller Zusammenhang entstanden. Im NS-System war der Körper der Opfer ebenfalls kein letzter geschützter Bereich. Gehirne, Gewebe, Skelette und Leichen wurden in Forschung, Anatomie und Verwaltungslogik eingespeist. Innsbruck gehört in diese Linie; eine historische Studie zum Anatomischen Institut Innsbruck beschreibt, dass dort Körper aus mehreren Gewaltkontexten, darunter auch psychiatrische Patientinnen und Patienten sowie Holocaustopfer, für Lehre und Forschung verwendet wurden (🔗). Wer den Körper nach dem Töten in einen zweiten Verwertungskreislauf einbindet, hat die Schwelle vom Mitleidsnarrativ zur instrumentellen Ordnung überschritten. (Ministry of Health)
Der nächste Parallelpunkt ist die Geheimhaltung. Das NS-Euthanasieprogramm war ein verdecktes Tötungsprogramm. Hitler zeichnete eine rückdatierte geheime Ermächtigung, Todesursachen wurden gefälscht, Familien erhielten irreführende Benachrichtigungen, die Mordorte arbeiteten unter Tarnungen und bürokratischen Schleiern (🔗). Auch die heutige Euthanasieordnung pflegt eine Form der Sichtbarkeitsvermeidung. Im Urteil Mortier gegen Belgien hielt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte fest, dass die Mutter des Beschwerdeführers euthanasiert wurde, ohne dass Sohn oder Tochter vorher informiert waren; die nachträgliche Kontrolle litt an gravierenden prozeduralen Mängeln und die Kommission prüfte den Fall über den anonymisierten Teil der Meldung (🔗). Das CAMH erläutert für Kanada offen, dass keinerlei rechtliche Pflicht besteht, Familienmitglieder über einen MAID-Antrag oder seine Bewilligung zu informieren (🔗). So entsteht wieder jene eigentümliche Konstellation: Das Töten ist legal, institutionell eingebettet und statistisch ausgewiesen, zugleich bleibt der konkrete Vollzug gegenüber Angehörigen, Öffentlichkeit und oft sogar gegenüber den am stärksten Betroffenen in einem Halbschatten. (HUDOC)
Die Tarnung endet nicht bei der Akte. Sie reicht bis in die Erzählung hinein. Das NS-Regime verbreitete Filme, Schaubilder und Formeln, in denen die Opfer als aussichtslose Last, als hoffnungslose Existenzen oder als zu befreiende Leidende erschienen. Das heutige System erzählt von Würde, friedlichem Einschlafen, Befreiung, einem letzten Akt der Autonomie. Die gleiche rhetorische Technik bleibt erkennbar: Die schroffe Materie des Tötens wird in eine saubere, humane, fast beruhigende Geschichte übersetzt. Gerade deshalb wirkt die Topographie der NS-Mordstätten so explosiv auf jede Gegenwartsdebatte. In Treblinka fanden archäologische Untersuchungen 2024 neue Hinweise auf Gaskammern und Kremationsroste; in Sobibór wurden große Massengräber und die Reste einer mutmaßlichen Gaskammer nachgewiesen; in Bełżec wurden in den 1990er Jahren 33 Massengräber kartiert; in Hadamar erinnert die Gedenkstätte daran, dass viele Opfer in Massengräbern verscharrt und durch Scheinfriedhofsordnungen kaschiert wurden (🔗) (🔗) (🔗) (🔗). Aus dem Boden kommen dann Knochen, Asche, Kremationsspuren, Gebäudefundamente, Zahnprothesen, Brillen, Schlüssel, Schmuckstücke. Die schöne Erzählung endet dort, wo das Erdreich wieder zu sprechen beginnt. (Muzeum Treblinka)
Gerade in Österreich zeigt sich, wie eng Bürokratie, Klinik und Grablandschaft zusammengehörten. Das Tiroler Erinnerungsprojekt im Landhaus Innsbruck dokumentiert, dass Angestellte des Landhauses die Morde im Kontext des NS-Euthanasieprogramms verwaltungstechnisch mittrugen; ausgewählte Patientinnen und Patienten aus Hall endeten im Tötungszentrum Hartheim (🔗). Für Hall in Tirol wurden 228 Bestattungen in einem einzigen Grab aus der Zeit 1942 bis 1945 untersucht; die historische Kommission beschrieb einen drastischen Anstieg der Sterblichkeit und ließ die Möglichkeit beschleunigter Tode im institutionellen Kontext im Raum (🔗). Hartheim wiederum bleibt bis heute ein Ort, an dem der Boden weiteres Material freigibt: Die Gedenkstätte meldete 2025 auf rund 460 Quadratmetern Schichten aus Asche, verbrannten menschlichen Überresten und Knochenfragmenten in zuvor unerforschten Bereichen des Schlossumfelds; schon 2001 bis 2002 waren dort menschliche Reste geborgen und später wiederbestattet worden (🔗) (🔗). Die modern wirkende Alpenordnung, die saubere Klinik, das ordentlich archivierte Verwaltungswissen und die Massengrablandschaft gehören hier sichtbar zusammen. (Land Tirol)
Damit wird auch die Bedeutung des Satzes Euthanasie = Heute-Nazi präziser. Er taugt am meisten dort, wo er als Diagnose einer Form gelesen wird. Gemeint ist eine Form des Tötens, die mit Medizin arbeitet, eine Form der Selektion, die sich um Behinderung, Psychiatrie, Pflegebedürftigkeit und soziale Verlassenheit verdichtet, eine Form der Verwaltung, die den Tod in Aktenläufe überführt, eine Form der Sprache, die Mord in Mitleid übersetzt, eine Form der Geheimhaltung, die Täter, Vollzug und Verantwortung im klinisch-juristischen Nebel auflöst, und eine Form des Nutzens, die den sterbenden Körper über Organspende, Forschung, Krankenhauslogistik und staatlich finanzierte Strukturen in weitere Zwecke einbindet. Genau deshalb passt der Satz so gut zu der Intuition des Textes Beyaz Önlüklü Cellatlar Düzeni (🔗): Es geht um eine Ordnung, in der der weiße Kittel nicht mehr nur Trost, Heilung und Linderung symbolisiert, sondern auch Auswahl, Verfahrensmacht, tödliche Kompetenz und verwertbaren Körperbestand. (YERSİZ ŞEYLER)
Wer an dieser Stelle noch immer nur eine Debatte über Einzelfälle, Grenzsituationen und private Entscheidungen sieht, blickt bereits durch jene freundliche Linse, die jedes Tötungssystem für sich selbst erzeugt. Die historische Lektion von T4 lautet, dass moderne Gesellschaften das Töten gerade dann am reibungslosesten lernen, wenn sie es als Verwaltung, Humanität, Hygiene, Entlastung und Sorge organisieren. Die aktuelle Euthanasieordnung in Teilen Europas und Kanadas zeigt wieder dieselben Grundbewegungen: semantische Reinigung, medizinische Delegation, bürokratische Routine, Ausweitung auf verwundbare Gruppen, Schwächung sozialer Gegengewichte, Einbettung in Organ- und Krankenhauslogiken, anschließende Statistik. Am Ende steht wieder eine kalte Normalität. Der Unterschied liegt im Vokabular. Die Form bleibt erkennbar. (Holocaust Encyclopedia)
Euthanasia = Heute-Nazi
The Return of the Same Form Under New Words
Whoever hears the word euthanasia today almost always hears a story of compassion, dignity, self-determination, and a gentle end. This is exactly how the National Socialist use of the word already functioned. In everyday language, euthanasia once meant the painless death of gravely ill people at their own request. In National Socialist usage, the same word became a veil for a state-organized killing machinery directed against people with disabilities, mental illnesses, and institutionally confined female and male patients. The USHMM Holocaust Encyclopedia explicitly describes the T4 program as the systematic murder of people with disabilities; the term euthanasia served here as a cover word (🔗). The force of the phrase Euthanasia = Heute-Nazi = Today-Nazi therefore draws first of all from language itself: killing appears as care, liquidation as help, violence disappears beneath a clean term. (🔗)
This is the point of departure for everything that follows. Once killing has been linguistically cleansed, it can be built into procedures, forms, commissions, clinical workflows, and annual reports. That is exactly what made the Nazi euthanasia program more than a series of individual crimes. It was a form of administration. Female and male doctors, psychiatrists, nurses, transport services, accountants, ministerial officials, and institution directors formed a division-of-labor structure in which, by the end, hardly any individual executioner remained visible. The center at Tiergartenstraße 4 even gave the program its name. The modern euthanasia order operates on a different legal stage, yet the form resembles it in a disturbing way: death appears as a documented service, as an assessed application, as a reviewed case, as a properly recorded execution. Killing loses the character of a scandal and acquires the character of a procedure. (🔗)
Today this form has reached a scale that has long left behind the talk of a rare exception. In the Netherlands, the regional review committees reported a total of 9,958 euthanasia cases for 2024, corresponding to 5.8 percent of all deaths; 28 reports explicitly mentioned organ or tissue donation after euthanasia, and for organ donation the Dutch guideline requires that the procedure be carried out in a hospital (🔗). Canada reported that 5.1 percent of all deaths in 2024 occurred through MAID (🔗). Belgium published 4,486 cases for 2025, that is, 4 percent of all deaths (🔗). In the period from April 1, 2024 to March 31, 2025, Québec reached 7.9 percent of all deaths through aide médicale à mourir (🔗). Anyone who places these figures side by side no longer sees a marginal phenomenon, but a practiced regime of death. (🔗)
At this point the historical parallel begins to sharpen. The T4 program first seized upon those lives that the regime defined as a burden, a cost factor, a defect, or an incurable condition. Contemporary discourse uses a smoother language, yet the field of selection once again lies around those people whose lives have become socially, physically, or psychologically precarious: the very old, the disabled, the chronically ill, the abandoned, the depressed, people with dementia, people with institutional dependency. It is precisely where care, long-term care, psychiatry, and social support become thin that death becomes visible as an option. In Québec, according to a regional MAID presentation, even the perception of being a burden to family, friends, or caregivers counts among the reported motives behind requests for the lethal procedure (🔗). National Socialist propaganda spoke openly of life unworthy of life and of a burden on society. The modern system speaks of autonomy, dignity, and unbearable suffering. In both cases, a social zone emerges in which some lives are more easily released to their end than others. (🔗)
This is also where the significance of the Noelia Castillo case lies. A 25-year-old woman in Spain, marked by years of psychological crises, severe traumatization, a suicide attempt that left her with permanent paraplegia, and the legal battle that followed, received assisted killing on March 26, 2026, after medical and judicial bodies had confirmed her decision (🔗). The case belongs at the center of the debate precisely because it shows how the modern euthanasia order pulls young people who are psychologically burdened and socially highly vulnerable into the grid of legally administered death. In its annual report for 2024, Spain reported a total of 929 processed procedures and 426 actually carried out aid-in-dying cases; the same report already contains its own chapter on organ donation after euthanasia (🔗). The pattern is clear: first death is recognized as an individually grounded solution, then it is fitted into the protocols, statistics, and accompanying structures of the healthcare system. (🔗)
The same pattern appears in psychological suffering as its own access route. In the Netherlands, the number of reported euthanasia cases due to psychiatric disorders rose to 219 in 2024. Parallel to this, a practice of organ donation after euthanasia developed there precisely in psychiatric cases as well. A case report in Frontiers in Psychiatry describes organ donation after euthanasia in a 45-year-old psychiatric patient and at the same time notes that by April 2023 in the Netherlands more than one hundred people had already donated organs after euthanasia, including lungs, kidneys, pancreas, liver, and, since 2021, hearts (🔗). A more recent analysis identifies 24 cases in the Netherlands of organ donation after MAID on psychiatric grounds between 2012 and 2022, almost 29 percent of all ODE cases in this segment (🔗). It is precisely here that the present touches the darkest core of the historical analogy: the lethal intervention does not end with the ending of life, but simultaneously opens the body to a second logic, that of utilization, use, and redistribution. (🔗)
This is the point at which an assisted-dying order becomes a regime of utility. In its report for 2024, Spain reports transplants of organs from donors after euthanasia. In the Netherlands, there is an explicit step-by-step guideline for this. In transplantation-related specialist literature, the field is already treated as an international practice in Belgium, Canada, the Netherlands, and Spain (🔗). An analysis of the Spanish transplantation model further describes that hospitals in the organ donation system are provided with budgetary resources and that the procurement network operates with budgets in the tens of millions (🔗). The claim that individual female or male doctors would personally earn millions is not supported by this body of sources. Another, more precise statement is very much supported by it: a material connection has arisen between euthanasia, organ donation, hospital logistics, state financing, and institutional prestige. In the Nazi system, the bodies of the victims were likewise not a final protected sphere. Brains, tissues, skeletons, and corpses were fed into research, anatomy, and administrative logic. Innsbruck belongs to this line; a historical study on the Anatomical Institute in Innsbruck describes that bodies from several contexts of violence, including psychiatric female and male patients as well as Holocaust victims, were used there for teaching and research (🔗). Whoever incorporates the body after killing into a second cycle of utilization has crossed the threshold from a narrative of compassion into an instrumental order. (🔗)
The next point of parallel is secrecy. The Nazi euthanasia program was a concealed killing program. Hitler signed a backdated secret authorization, causes of death were falsified, families received misleading notifications, and the killing sites operated under disguises and bureaucratic veils (🔗). The current euthanasia order also cultivates a form of visibility avoidance. In the judgment Mortier v. Belgium, the European Court of Human Rights held that the applicant’s mother had been euthanized without the son or daughter having been informed beforehand; the subsequent review suffered from grave procedural deficiencies, and the commission examined the case through the anonymized part of the report (🔗). CAMH explains openly for Canada that there is no legal obligation whatsoever to inform family members about a MAID application or its approval (🔗). Thus that peculiar constellation emerges again: killing is legal, institutionally embedded, and statistically recorded, yet the concrete execution remains in half-shadow vis-à-vis relatives, the public, and often even vis-à-vis those most directly affected. (🔗)
The disguise does not end with the file. It extends into the narrative itself. The Nazi regime circulated films, visual charts, and formulas in which the victims appeared as hopeless burdens, as hopeless existences, or as sufferers to be delivered. Today’s system tells stories of dignity, peaceful falling asleep, release, and a final act of autonomy. The same rhetorical technique remains recognizable: the rough materiality of killing is translated into a clean, humane, almost soothing story. That is precisely why the topography of Nazi killing sites has such an explosive effect on every debate about the present. In Treblinka, archaeological investigations in 2024 found new evidence of gas chambers and cremation grates; in Sobibór, large mass graves and the remains of a presumed gas chamber were documented; in Bełżec, 33 mass graves were mapped in the 1990s; in Hadamar, the memorial recalls that many victims were buried in mass graves and concealed through sham cemetery arrangements (🔗) (🔗) (🔗) (🔗). What then comes out of the ground are bones, ash, traces of cremation, building foundations, dental prostheses, glasses, keys, jewelry. The beautiful narrative ends where the earth begins to speak again. (🔗)
Austria in particular shows how closely bureaucracy, clinic, and grave landscape belonged together. The Tyrolean remembrance project in the Landhaus Innsbruck documents that employees of the Landhaus administratively facilitated the murders in the context of the Nazi euthanasia program; selected female and male patients from Hall ended up in the Hartheim killing center (🔗). In Hall in Tirol, 228 burials in a single grave from the period 1942 to 1945 were examined; the historical commission described a drastic rise in mortality and left open the possibility of accelerated deaths in the institutional context (🔗). Hartheim, for its part, remains to this day a place where the ground yields further material: in 2025, the memorial reported layers of ash, burned human remains, and bone fragments across around 460 square meters in previously unexplored areas around the castle; human remains had already been recovered there between 2001 and 2002 and later reburied (🔗) (🔗). The modern-seeming Alpine order, the clean clinic, the properly archived administrative knowledge, and the mass grave landscape visibly belong together here. (🔗)
This also makes the meaning of the sentence Euthanasia = Today-Nazi more precise. It is most useful where it is read as the diagnosis of a form. What is meant is a form of killing that works with medicine, a form of selection that condenses around disability, psychiatry, need for care, and social abandonment, a form of administration that transfers death into the movement of files, a form of language that translates murder into compassion, a form of secrecy that dissolves perpetrators, execution, and responsibility in clinical-juridical fog, and a form of utility that incorporates the dying body into further purposes through organ donation, research, hospital logistics, and state-financed structures. That is exactly why the sentence fits so well with the intuition of the text Beyaz Önlüklü Cellatlar Düzeni (🔗): it is about an order in which the white coat no longer symbolizes only comfort, healing, and relief, but also selection, procedural power, lethal competence, and utilizable bodily stock. (🔗)
Anyone who, at this point, still sees only a debate about individual cases, borderline situations, and private decisions is already looking through the friendly lens that every killing system produces for itself. The historical lesson of T4 is that modern societies learn killing most smoothly precisely when they organize it as administration, humanity, hygiene, relief, and care. The current euthanasia order in parts of Europe and Canada once again shows the same fundamental movements: semantic cleansing, medical delegation, bureaucratic routine, expansion toward vulnerable groups, weakening of social counterweights, embedding in organ and hospital logics, and subsequent statistics. At the end, a cold normality stands once again. The difference lies in the vocabulary. The form remains recognizable. (🔗)

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